Scheldetalbahn

Dillenburg–Wallau (Lahn)

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Streckenverlauf
      Dillstrecke von Haiger
      Dietzhölztalbahn von Ewersbach
0,0     Dillenburg
      Dillstrecke nach Gießen
    Verbindungsgleis
    zum Gbf und zum
1,0   Anschluss Adolfshütte
1,1     Anschluss Isabellenhütte
1,3     Adolfshütte
2,1     Niederscheld Nord
2,4     Anschluss Schelder Hütte
2,6     Viadukt Niederscheld
4,5     Oberscheld Hochofen
0,0    
2,2   Handstein
3,2   Auguststollen
4,8     Oberscheld Hochofen Hp
5,4     Anschluss Grube Prinzkessel
5,4     Oberscheld Ort
7,9     Anschluss Grube Königszug
8,0     Nikolausstollen
9,3     Herrnberg (Dillkr)
      Steilstrecke (59 ‰)
13,4     Hirzenhain (Dillkr)
15,3     Lixfeld
17,1     Frechenhausen
19,5     Gönnern
21,9     Niedereisenhausen
23,5     Quotshausen
24,5     Wolzhausen
28,0     Breidenbach (Kr Biedenkopf)
29,1     Anschl. Christmann & Pfeifer
29,2      
29,4     Wiesenbach (Kr Biedenkopf)
30,1     Holzverladung Breidenstein
30,7     Anschl. Seibel & Reitz
31,1     Breidenstein
31,7     Lahnbrücke
      Obere Lahntalbahn von Erndtebrück
32,5     Wallau (Lahn)
      Obere Lahntalbahn nach Cölbe
Stand: Oktober 2008

Daten:

Streckenlänge: Dillenburg–Nikolausstollen 8,0 km
  Nikolausstollen–Wallau 24,5 km
  Dillenburg–Wallau 32,5 km
  Oberscheld Hochofen–Auguststollen 3,2 km
 
Eröffnung: Dillenburg–Auguststollen (Güterverkehr) 15.02.1872
Oberscheld-Hochofen–Nikolausstollen
(Güterverkehr)
07.08.1872
 
Dillenburg–Oberscheld-Hochofen (Personenverkehr) 01.03.1872
Oberscheld-Hochofen–Oberscheld-Ort
(Personenverkehr)
01.03.1896
 
Oberscheld-Ort–Nikolausstollen (Personenverkehr) 01.05.1896
Nikolausstollen–Wallau (Gesamtverkehr) 01.05.1911
Holzverladung Breidenstein–Wallau
(Reaktivierung Güterverkehr)
30.04.2007
 
 
Einstellung: Dillenburg–Wallau (Personenverkehr) 30.05.1987
Dillenburg–Niedereisenhausen (Güterverkehr) 30.05.1987
Niedereisenhausen–Breidenbach (Güterverkehr) 01.06.1991
Breidenbach–Wallau (Güterverkehr) 15.12.2002
Oberscheld-Hochofen–Auguststollen 1966
 
Streckenabbau: Dillenburg–Hirzenhain 1992
Hirzenhain–Gönnern 1991
Gönnern–Niedereisenhausen 1990
Niedereisenhausen–Breidenbach 1993/94
Breidenbach–Wiesenbach 2004
Oberscheld-Hochofen–Auguststollen um 1968
 

Geschichte der Strecke

Die ursprüngliche Scheldetalbahn ist mit ihrem Eröffnungsdatum 1872 gerade einmal zehn Jahre jünger als die Dillstrecke, von der sie in Dillenburg abzweigt. Sie hatte die Form eines Y. Am Bahnhof Oberscheld-Hochofen, an dem die ersten 24 Jahre auch der Personenverkehr endete, teilte sich die Strecke in zwei Äste auf. Der ältere und südlichere Ast führte zum Bahnhof Auguststollen, der nördlichere zum Bahnhof Nikolausstollen. Die Namen der Endbahnhöfe lassen erahnen, dass es beim Bau der Strecke nicht in erster Linie um den Personenverkehr ging. Vielmehr versprach sich die verantwortliche Cöln-Mindener Eisenbahn Erlöse aus dem Transport von Erz aus dem Schelderwald ins Ruhrgebiet und Steinkohle in die entgegengesetzte Richtung.
Mit der Bahn erlebten die Gruben- und Hüttenbetriebe entlang der Strecke einen gewaltigen Aufschwung. 1880 wurde die Strecke verstaatlicht und schon bald kamen Pläne zu einer Verlängerung auf. Neben der später ausgeführten Verlängerung des Nordastes nach Wallau im Lahntal, war auch eine Verbindung Auguststollen–Eisemroth (Aar-Salzböde-Bahn) im Gespräch, die jedoch einen langen Tunnel erfordert hätte und daher wieder verworfen wurde.
Aber auch die 1911 fertiggestellte Verbindung nach Wallau war nicht eben eine kostengünstige Sache. Zwischen den Bahnhöfen Herrnberg und Hirzenhain mussten auf vier Kilometern 150 Meter Höhenunterschied überwunden werden – damals ohne aufwendigen Zahnradbetrieb nicht möglich. Aber bereits zwölf Jahre später war die Zahnstange schon wieder überflüssig. Die neuen Loks der Gattung T 16 bewältigten die Steilstrecke im Reibungsbetrieb, was den Betriebsablauf wesentlich vereinfachte und verschnellterte.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Gruben im Schelderwald nacheinander alle aufgegeben. Mit ihnen starben auch die Hüttenbetriebe und neben dem Güterverkehr brach auch der Personenverkehr ein – war er doch stark geprägt von pendelnden Gruben- und Hüttenarbeitern. Ab Mitte der siebziger Jahre wurde der Fahrplan folglich immer weiter ausgedünnt, bis in der letzten Fahrplanperiode schließlich nur noch ein einziges Schülerzugpaar übrig war.
Vom Güterverkehr blieb schließlich auch nicht mehr viel übrig. Auf der Steilstrecke war er bereits in den 60er-Jahren eingestellt worden; 30 Jahre später blieb schließlich nur noch der Stummel Wallau–Breidenbach, der praktisch von einem einzigen Güterkunden abhängig war und so bis 2002 überlebte. Nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007 erlebte ein Teil dieses Stummels noch einmal eine Renaissance: Durch die Einrichtung einer Sturmholzladestelle fahren hier wieder Züge.

Fotos der einzelnen Abschnitte

Quellen und weiterführende Literatur

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